Auf der Veranstaltung Campfire One stellt Google die OpenSocial API vor und fordert Entwickler dazu auf das Web zu verbessern indem es um Social Networkings Funktionen ergänzt wird. (siehe YouTube Video -> Introduction OpenSocial)Google möchte eine einheitliche und auf offenen Standards basierende API für alle Social Networking Sites schaffen. Weitere Videos für die Zielgruppe Entwickler finden sich unter dem YouTube user Google Developers
Angefangen hat alles mit einer heise Newsticker Meldung im Januar 2002 “Lotusphere: Lotus entscheidet sich für J2EE“. Verbunden mit der Beschneidung von Domino 6 um die JSP Engine (siehe heise Newsticker Meldung) war klar zu erkennen welchem Application Server die IBM zukünftig den Vorzug geben würde. Sicherlich, für den ein oder anderen eingefleischten Lotus Fan, eine wenig willkommene Entwicklung. Das die IBM eine Java Strategy verfolgt war doch schon vorher klar, oder? Warum sollte da die Devision Lotus eine Ausnahme bilden/bleiben?
Zur Lotusphere 2003 berichtet der heise Newsticker dann über die IBM Produkt Roadmap für 2003. Während IBM die “Now Generation” Lotus Notes/Domino weiterpflegen wird, entwickelt Sie gleichzeitig eine “Next Generation” welche stärker auf offenen Standards basiert. Zusätzlich hagelt es förmlich Codenamen wie der heise Newsticker in der Meldung Lotusphere: Montreal, Seoul, Nagano, Moscow, Barcelona, Atlanta berichtet. Da bleibt kein Stein auf dem Anderen und die Verwirrung bei den Kunden steigt? Wohin will die IBM langfristig? Was wird aus den bestehenden Produkten Lotus Notes/Domino?
Zum Software Symposium in München Mitte 2003 ist IBM Lotus Workplace Messaging verfügbar und bieter eine rein Web basierende Collaboration Lösung. Ernüchterung, Verwirrung?!?
Das damit nicht alle Anwender zufrieden zu stellen sind ist auch IBM klar und heise Newsticker meldet Januar 2004 Lotusphere: IBM zeigt Smart Client aus Eclipse-Basis. Die Investitionen von IBM in Java und die Eclipse Platform zeigen Ihre Früchte. Eclipse als Container für Anwendungen, ganz so wie Lotus Notes nie eine reine eMail Platform sondern lange Zeit DIE Platform zur Entwicklung von Collaborativen Anwendungen darstellt(e) ist soll Eclipse keine reine IDE bleiben.
2005 ist es dann wieder einmal soweit IBM erläutert Pläne für Lotus Notes und Domino. Bestehende Lotus Notes/Domino Infrastrukturen werden auch in der Workplace Welt integriert werden können. Somit können also LotusScript und Formular Language basierende Applikationen auch in Zukunft genutzt werden. Damit zeigt IBM zwar bestehenden Lotus Notes/Domino Kunden einen Weg in eine Workplace Welt auf, doch die Funktionalität von Workplace ist noch zu gering um eine wirkliche Alternative zu Lotus Notes/Domino zu bieten.
Januar 2006 ist es dann soweit IBM liefert den Eclipse-Client für Workplace an Ihre Kunden aus. Workplace schreibt in der Wwischenzeit Version 2.6 und bietet sowohl Web- als auch Rich Client basierende Collaboration Komponenten. Ebenfalls wurden Möglichkeiten des Rapid Application Development Konzeptes von Lotus Notes/Domino in die Java Welt transportiert. Leider ist sowas wie Formular Language in der Java Welt kein Standard und ob IBM diesen offen legt … wer weiß?
In jedem Fall sollte es erlaubt sein nach 4 Jahren ein Fazit zu ziehen:
- Die IBM hat eine klare Java Strategie und setzt diese konsequent um. Davon provitieren nicht nur der Gesamtkonzern (über alle Brands hinweg) sondern auch die Kunden bekommen homogenere Produkte und reduzierte Integrationskosten.
- Eclipse hat im Markt breite Akzeptanz als IDE aber auch als Anwendungsplatform gefunden.
- Die Workplace Rich Client Platform basiert auf Eclipse und stellt zusätzlich Mechanismen zur Datenhaltung (SQL Datebase), Synchronisation (SyncML) und Verschlüsselung zur Verfügung. Sie ist damit eine idealer Container für Anwendungen deren Geschäftslogic und Daten sowohl Server-Seitig als auch Lokal verfügbar bzw. ausgeführt werden sollen.
- Der durchschlagende Markterfolg der Java basierenden Workplace Produkte ist noch nicht gegeben.
- Bestehende Lotus Notes/Domino Kunden eröffnet sich immer mehr ein Weg in die Java basierende Collaboration Welt der IBM. Die Produkte, deren Integration und auch das einhetliche Management Dieser schreitet immer weiter vorran.
Ausgehend von diesem Fazit empfehlen wir Lotus Notes/Domino Kunden:
In Bezug auf die Entwicklung von Collaboration Anwendungen:
Auch wenn Lotus Notes/Domino Applikationen noch lange Zeit entwickelt, betrieben und supportet werden können (denken Sie nur an OS/2 welches heute noch im Einsatz ist), raten wir von größeren und vor allem langfristig angelegten Investitionen in LotusScript bzw. Formular Language basierenden Entwicklungen ab. Prüfen Sie alternativ die Mainstream-Platformen Java und Microsoft .NET.
In Bezug auf eMail/Collaboration Funktionen:
Betrachten Sie Workplace nicht als eMail/Collaboration Produkt. Ganz ähnlich wie Lotus Notes/Domino lange Zeit als “mehr als nur eMail” positioniert wurde, sollten Sie Workplace betrachten als Platform betrachten.
Fragen Sie sich:
- Welche Anwendungs Entwicklungs Strategie verfolgen Sie?
- Können Sie sich vorstellen Applikationen auf dieser Platform zu entwickeln?
- Können Sie durch den Einsatz einer “Middleware”, welche Sie unabhängig von der darunterliegenden Infrastruktur (Betriebssystem) macht, Vorteile erzielen?
Sehen Sie das ganze Thema Strategisch und in einem größeren Zusammenhang.
Wenn Sie Wahlmöglichkeiten suchen und Abhängigkeiten reduzieren möchten. Prüfen Sie Workplace intensiv, legen Sie Eckpfeiler Ihrer IT Strategie fest, wirken Sie auf die Entwicklung bei der Community bzw. den Hersteller ein.
Wenn Sie langfristig an einem Microsoft Desktop und/oder Microsoft Office Formaten festhalten wollen. Warum wollen Sie dann auf einem fetten Betriebssystem eine weitere fette Middleware installieren?
Schaffen Sie Planungssicherheit, entwickeln Sie rechtzeitig eine Strategie zum Umgang mit Workplace und nutzen Sie Potenziale die sich Ihnen bieten im kaufmännischen Sinne!